Aktuelle Berichte


Totzenbacher Kirchenchor 1936 ie wir aus Ferdinand Kortan's 1944 aufgeschriebenen Erinnerungen erfahren, gab es wohl auch vor ihm, als er 1886 die Lehrerstelle in Totzenbach übernahm, schon einen Kirchenchor, allerdings in eher bescheidenem Rahmen. Wahrscheinlich ist auch, daß sein direkter Vorgänger, der später als Direktor des Mozarteums und als Komponist berühmt gewordene Josef Reiter als Chorleiter tätig war. Alte Notenhandschriften scheinen aus seiner Feder zu stammen, beispielsweise das gern gesungene "Weihnacht, wie bist du schön". Dieses früher recht selten aufgeführte Lied könnte von ihm zumindest bearbeitet worden sein.
erdinad Kortan begann mit seiner Aufbauarbeit und konnte nach etlichen Jahren sogar ein kleines Orchester aufstellen, sein Bericht über die Chorsängerinnen ist uns auch überliefert. Nach 60-jähriger, verdienstvoller Arbeit als Regenschori übergab er den Dirigentenstab an Franz Gößwein. Leider ist dieser vielseitig begabte und überaus aktive Totzenbacher an den Folgen eines Fronteinsatzes gestorben. Im folgte Dir. Gottfried Sehnal und danach übernahm Anton Frühbeiß die Leitung des Kirchenchores. Der nächste Chorleiter war von 1971 bis 1982 der junge Toni Gößwein.




Wir haben derzeit etwa 30 ständige Mitglieder und seit 1992 hat sich auch wieder ein kleiner Männerchor gebildet. Burgi Gößwein, als Musiklehrerin natürlich prädestiniert, übernahm 1982, erst 21jährig die Leitung von ihrem Bruder und arbeitet seit damals kontinuierlich an einer Verbesserung des Niveaus, was mit uns Sängern oft nicht ganz einfach ist! Besonders die Männer sind halt manchmal ein wenig träge und ein ländlich sittliches ´gluria´ oder ´misarere´ entschlüpft doch noch öfter den rauhen Kehlen. Sicher positiv ist der recht hohe Anteil an jungen Nachwuchskräften, welcher durch eine Handvoll aktiver Familien sichergestellt ist.

Interessant in diesem Zusammenhang ist auch Kortan's "Was die Totzenbacher Kirchenorgel zu erzählen weiß". Eine eher mißglückte, wenn auch teure Renovierung im Jahre 1985 läßt uns heute für größere Auffuhrungen eher zu Peter Hoffmann's elektronischem Instrument greifen. Dafür hat uns das jahrelange Wirken der 1985 auf eine Initiative von Maria Rollenitz gegründete Musikschule Kirchstetten inzwischen junge Musiker herangebildet, und so sind wir heute in der glücklichen Lage ohne fremde Hilfe wieder schöne Instrumentalmessen aufzuführen. Seit 2000 haben sich die Musikschulen zum "Musikschulverband Böheimkirchen-Kasten-Kirchstetten" vereinigt, was für die Schüler eine bessere Vielfalt und sehr engagierte und durch die höhere Auslastung besser motivierte Lehrer brachte. Diese Vereinigung kann wirklich als geglückt bezeichnet werden und hat uns schon viele schöne Konzerte und Aufführungen beschert. Auch die Gesangsausbildung, von vielen Chormitgliedern in Anspruch genommen, hat inzwischen sehr zur Qualitätssteigerung unseres Ensembles beigetragen. In diesem Zusammenhang möchte ich auch auf einen interessanten Beitrag verweisen, den ich zufällig einmal im Radio gehört habe. Was der Autor beschreibt, stimmt wirklich! Selbst aktiv Musik zu machen ist eine außerordentlich wohltuende Übung für Seele und Geist!

Unsere Chorleitern Burgi wurde für ihre jahrzehntelangen Verdienste 2001 der Titel "Chordirektor" von Dr. Walter Graf, dem Kirchenmusikreferenten der Diözese verliehen. Sie leitet nicht nur unseren Chor, sondern gründete auch 198? die Volksliedgruppe des St.Pöltner Domchores, welche wegen ihrer außerordentlichen Qualität überregional bekannt und gefragt ist. Selbstverständlich ist sie auch dort heute noch Leiterin. Auch Dr.Graf haben wir für vielfältige Unterstützungen sehr zu danken! Nicht zuletzt vertritt er an hohen Feiertagen sehr häufig unseren Pfarrer und wird dabei nie müde, die Leistungen unsers Kirchenchores zu loben. Das Gruppenbild oben zeigt den Kirchenchor im Jahre 1936, nebenstehend ein zeitnäheres Bild von Ostern 2010 - links vorne ist auch unser Gönner Dr. Walter Graf im Bild.

Ich wünsche mir auch persönlich, daß der Chor weiterbestehen möge und so wie bisher zum Dorfleben und unserer Identität beiträgt - ich fühle mich auch sehr wohl bei dieser Gemeinschaft! Wie gut das Klima ist und wie gern wir auch abseits konfessioneller Veranstaltungen feiern und singen, wird laufend in einer kleinen Nachlese dokumentiert.

Euer Leo
Bass Nr.3 (für die Notenmappe!)