Entstehungsgeschichte der Dorfkapelle in Doppel

Entstehungsgeschichte der Dorfkapelle
in Doppel



Der alte Glockenstuhl Da der alte Glockenstuhl nach Aussagen von Fachleuten baufällig war, beziehungsweise es niemanden mehr gab der die Glocke läutete, reifte in der Dorfgemeinschaft der Entschluss zum Bau einer Dorfkapelle.
Der geistige Vater dieser Überlegung war zweifelsohne Johann Steinböck, welcher sich den Bau einer Kapelle gleichsam zum Lebensziel gesetzt hatte, jedoch deren Fertigstellung tragischerweise nicht mehr erleben konnte.

Nach seinem Ableben fassten die Geschwister Steinböck im Juni 1997 den Entschluß, aus einem Teil des Erbes eine Schenkung zu machen. Der Betrag von S 100.000.- wurde auf ein Sparbuch gelegt und dem Bau einer Kapelle gewidmet, unter der Voraussetzung, dass dieser binnen 3 Jahren begonnen wurde.

Am 15. Juni 1997 wurde diese Schenkung offiziell dem Pfarrkirchenrat, vertreten durch Geistl. Rat Pfarrer Malzer, und der Dorfgemeinschaft, vertreten durch
Regina Hiesberger übermittelt.

Diese war es auch, die Anfang 1998 eine Befragung der Dorfbewohner durchführte, welche ergab, dass die Mehrheit für den Bau einer Kapelle war.

Am 16. Februar 1998 fand im Gasthaus Kain die erste Dorfversammlung in Sachen Kapellenneubau statt.
Dabei wurde ein Kapellenausschuß ins Leben gerufen, welcher die Organisation des Baues übernehmen sollte. Mitglieder dieses Kapellenausschusses waren:
Robert Maleschek, Hermann Gallent, Gertraud Hammerschmid, Regina und Martin Hiesberger und Heinz Steurer.



Da Ferdinand Haidvogel ein Grundstück zur Verfügung gestellt hatte, konnte mit der Planung begonnen werden.
Nach einigen Diskusionen, bezüglich Art und Größe der Kapelle, einigte man sich auf einen, von Robert Maleschek gezeichneten Entwurf.
Dann wurde eine Kostenschätzung durchgeführt. Auf Grund dieser Schätzung kam man auf einen Bedarf von rund S 500.000.-
Anschließend führten die Mitglieder des Kapellenausschusses eine Umfrage über die Spendenbereitschaft der Mitbürger in Doppel durch. Da die Spendenbereitschaft der Dorfbewohner sehr groß war, sah man die Finanzierung gesichert.



Insgesamt sind Spenden in der Höhe von S 205.100.- eingelangt. Dazu kam die bereits erwähnte Schenkung der Fam. Steinböck. Weiters gesammelte Gelder von diversen Begräbnissen in der Höhe von S 42.000.- Von der Gemeinde Kirchstetten gab es eine Subvention in Höhe von S 100.000.- Weiters waren Gelder von diversen Sonnwendfeuern vorhanden, welche für den Einbau eines elektrischen Geläutes bestimmt waren.



Grundsteinlegung



Am 20. Juni 1998 fand in Verbindung
mit dem Sonnwendfeuer am Kogel
die feierliche Grundsteinlegung mit Spatenstich statt.




Am 21. August 1998 wurde von der
Gemeinde Kirchstetten die baubehördliche Bewilligung
für die Errichtung der Kapelle erteilt.



Bauarbeiten Bauarbeiten
Am 28. August 1998 begann die Dorbevölkerung mit den Bauarbeiten.
Diese gingen zügig voran und so konnte der Rohbau ( ohne Glockenturm) bis Jahresende fertiggestellt werden.



Nach der Winterpause , wurden am 10. April 1999 die Arbeiten wieder aufgenommen. In diesem Jahr konnte der Bau zum Großteil fertiggestellt werden.



Glocke


Die Glocke des alten Glockenstuhles, welche von Fam. Reichhuber anno 1920 gestiftet wurde, wurde restauriert und Ende des Jahres im neuen Glockenturm montiert.

Ebenfalls angeschafft und eingebaut wurde eine elektronische Steuerung des Geläutes.




Am 26. Februar 2000 begannen die letzten Tätigkeiten ( Innenausbau und Außengestaltung) für die Kapelle.
Diese waren dann am 12. August 2000 abgeschlossen.



Die Arbeiten an der Kapelle wurden von 37 freiwilligen Helfern in ca. 1400 Arbeitsstunden absolviert.


Großzügige Unterstützung wurde auch von den Gewerbetreibenden der näheren Umgebung gewährt.
Fa. Ing. Franz Kickinger Bauleitung, Beton, Baumaterialien
Fa. Josef Leodolter Stromzuleitung, Elektrmaterial
Fa. Dürer Baggerarbeiten
Fa. Würfel Fenster und Eingangtür
Fa. Harold Dachstuhl
Fa. Weber Dachdeckung und Spenglerarbeiten
Ing. Josef Katzensteiner Vermessungsarbeiten

Das Kreuz am Turm ist eine Spende von Franz Eichinger, der dieses selbst angefertigt hat.



Kruzifix

Das Kruzifix der Kapelle wurde von Ferdinand Haidvogel gespendet. Der etwa 100 Jahre alte Korpus war bis vor ca. 25 Jahren Passionskreuz der Pfarrkirche Murstetten und sollte im Zuge der Renovierung zusammengeschnitten und verbrannt werden. Herr Haidvogel rettete den Korpus, bewahrte ihn auf und hat ihn jetzt gespendet.

Das dazupassende Kreuz, dessen Holz von einem Birnbaum aus Doppel stammt, hat Alois Steinböck, ein in der Steiermark lebender Sohn des Dorfes, geschnitzt.




Altar

Der Altar ist eine Spende unseres Pfarrers Rudolf Malzer. Er wurde von der Fa. Würfel nach einem Entwurf von Karl J. Mayerhofer aus Kirchstetten gestaltet.
In Anlehnung an die drei Dorfheiligen Florian, Jakobus und Nikolaus scheint die Zahl 3 sowohl in den verschiedenen Dimensionen, als auch in den drei Holzsorten, Esche, Nuss und Kirsche,auf.




Am 20. August 2000 wurde die Kapelle, mit einem von Gottfried Steinböck und Geistl. Rat Pfarrer Rudolf Malzer gehaltenem Gottesdienst, feierlich geweiht.