PALTRAM

Paltram ist einwohnermäßig eine der größten Katastralgemeinden der Marktgemeinde Kirchstetten. Laut der Volkszählung 2001 wohnen hier 174 Personen. Die Fläche beträgt 182 Hektar und erstreckt sich auf ca. 10% der Gesamtfläche der Gemeinde, die eine Größenordnung von 1776 Hektar aufweist. Die Einwohnerzahl hat sich seit 2001 auf ca 200 Personen erhöht, da das Krankenpflegeheim Clementinum, das in dieser KG seinen Sitz hat, in den letzen Jahren neu errichtet wurde, und dort im Schnitt 100 Personen ihren Wohnsitz haben bzw. betreut werden.
Ein Drittel der Bewohner im Ort sind unselbständig erwerbstätig, ein weiteres Drittel sind Kinder und das restliche Drittel teilt sich in 4 Vollerwerbs-, 2 Nebenerwerbslandwirte, 19 Pensionisten und 8 Hausfrauen auf.

alter Glockenstuhl
Der Mittelpunkt des Dorfes ist die Kapelle, die im Kreuzungsbereich im Jahre 1970 errichtet wurde.
Früher stand in diesem Bereich ein Glockenstuhl.

Das Grundstück auf dem die neue Kapelle errichtet wurde, wurde von der Familie Haselböck zur Verfügung gestellt. Die kleine Kapelle wurde von der Bevölkerung finanziert und auch gebaut. Ein großzügiger Gönner war Herr Kurt Gass, der früher in Paltram gelebt hat und später ein Elektrounternehmer in Ernstbrunn (Weinviertel) war.

Kapellensegnung 1970

Heidemaria Onodis erster öffentlicher Auftritt

Franz Hofbauer am Rednerpult
Bei der Einweihung der neuen Ortskapelle im Juni 1970 hatte die heute prominenteste Paltramerin wahrscheinlich ihren ersten öffentlichen Auftritt. Unsere Landeshauptmannstellvertreterin von 2001 bis 2008 Heidemaria Onodi sagte ein Gedicht auf. Sie wohnte hier und verbrachte ihre Kindheit und Jugendzeit in unserem Ort.

Ortskapelle 1990 LöschteichEine 1990 durchgeführte Fragebogenaktion der NÖ Dorferneuerung ergab konkret zwei Wünsche der Ortsbevölkerung, nämlich die Errichtung eines Buswartehäuschens für die Schulkinder und die Absicherung des Löschteiches, der ebenfalls im unmittelbaren Kreuzungsbereich liegt. Diese Aussagen wurden ernst genommen und 1991/1992 ein Buswartehäuschen direkt an die Kapelle angebaut und somit hat dieses kleine Bauwerk eine Doppelfunktion erhalten. Die Kosten beliefen sich auf ÖS 64.000.- und wurden vom Land NÖ, der Gemeinde, der Pfarre und vom Verein der Freunde Totzenbachs aufgebracht.
Der Löschteich wurde mit einem neuen Lärchenzaun eingezäunt und in diesem Zusammenhang eine neue Müllsammelstelle errichtet. Die Kosten von ÖS 21.000.- finanzierte die Gemeinde Kirchstetten. Die angeführten Kosten betreffen nur die diversen Materialien, alle Arbeiten wurden von der Ortsbevölkerung durchgeführt.

Dorffest 1992 Männerchor Im Mai 1992 wurden im Rahmen eines Dorffestes die neuen Einrichtungen der Bevölkerung vorgestellt und ihrer offiziellen Bestimmung übergeben. Bereits 1995 erfolgte die nächste Bauetappe, nämlich die Installierung eines elektrischen Geläutes. Die Segnung des neuen Läutwerks erfolgte ebenfalls wieder bei einem Dorffest am 21.5.1995.

An diesem Tag wurde auch das "Paltramer Glockenlied", das vom Paltramer Dr. Peter Hoffmann getextet und vertont wurde, uraufgeführt.
Glocke Notenblatt 1. Glock'n mitten drin im Derfl,
leitst uns d'Sunn ein in da Fruah;
klingst a z'Mittåg, sågst auf d'Nåcht dann:
"Leitln, jetzn gebt's a Ruah'!"

Ref.: Wo du leitst, is' unsa Platzel,
wo du klingst, do san mir z'Haus,
und dei' Klang is wie a Wegerl,
weis't noch oben, himmelaus.

2. Glock'n mitten drin im Leben,
nimmamiad singst Tåg fia Tåg,
Gheast dazua zu uns wias Åtmen,
bist in Dorf sei' Herzensschlåg.

Ref.: Wo du leitst, is' unsa Platzel, ....

3. Glock'n mitten durch die Zeiten,
g'leitst uns hin des Leben lång;
stad sein, froh sein, jung sein, oid sein -
s'is vü Trost drin in dein Klang.

Ref.: Wo du leitst, is' unsa Platzel, ....

Verkabelung Verkabelung In den Jahren 1994 bis 1996 wurde auch die Infrastruktur des Ortes erheblich verbessert. Sämtliche Haushalte wurden an das Wasserleitungsnetz der NÖSIWAG angeschlossen bzw. wurden die Abwässer in das Kanalnetz des Perschlingwasserverbandes eingeleitet. Bei dieser Gelegenheit wurde der gesamte Ort sowohl strom- als auch telefonmäßig verkabelt und eine neue Ortsbeleuchtung installiert. Zum Abschluss wurde die Dorfstrasse instandgesetzt und neu asphaltiert - ein schönes Ortsbild dankt noch heute für diese Großinvestitionen.

Arbeitspause Versorgung In den Folgejahren wurde immer wieder das Dorfbankerltreffen bei der Kapelle gepflegt, regelmäßige Andachten, Herbergsuchen und gemütliches Beisammensein prägten das Dorfleben. Aber wie alles im Leben seine Abnützungserscheinungen hat, so ist es auch in unserem Dorf.

Seit der Jahrtausendwende ist es um das Gemeinschaftsleben in unserem Dorf etwas ruhiger geworden und bei den sparsamen Anlässen wie zum Beispiel am Markustag (Dorfpatron) füllen einige Familien den Kapellenbereich, aber man spürt nicht mehr so sehr das Feuer der Begeisterung und des Miteinanders.

Im Jahr 2005 jährt es sich zum 35mal, dass die Kapelle im Ortszentrum errichtet wurde. Vielleicht ist dies ein Anlass, um wieder einmal ein Dorffest zu veranstalten. Einen Versuch ist dies allemal wert.

Franz Hofbauer

Ergänzungen zu den Themen Bruckhof / Clementinum, Panoramaweg, Heidemaria Onodi.