Kaiser Franz Josef Jubiläums Volksschule
Totzenbach


Historisches

ca. 1790 - Unterricht im alten Pfarrhof
Totzenbach 35 wurde später Kaufhaus Hochberger
1825 im Obergeschoss vom Südtrakt des Schlosses
(linker Gebäudeteil im Bild)
ab ca. 1870 Das Schulhaus Totzenbach 28
heute Haus Michael Frühbeiß
der weitsichtige Neubau 1898
Auf dieser Ansichtskarte aus dem Jahr 1900 sind alle Schulen des Gerichtsbezirks Neulengbach abgebildet.
Totzenbach hatte damals mit seinem neuen, großzügigen Bau sicher die modernste Schule
1998 - zum 100er erscheint eine Festschrift
und - wir sind immer noch stolz auf unser Schmuckstück!
Frühling 2004 - der Umbau ist beschlossen Dezember 2004 - der Bau schreitet voran
und wird pünktlich
zum Schulbeginn 2005 fertiggestellt
die "neue" Schule mit Küchenzubau und Turnsaal,
welcher auch gern für Veranstaltungen genützt wird.

Aus der Festschrift zur Eröffnung der "neuen Schule" im Jahre 2005

Die Volksschule in Kirchstetten

Die erste Erwähnung eines Schullehrers in Kirchstetten geht auf das Jahr 1681 zurück. Die Volksschule wurde im Jahre 1876 unter Bürgermeister F. Raböck und Baumeister L. Hummelberger aus Sitzenberg gebaut.
Das Gebäude wurde auf dem Standort des ehemaligen Schlosses der Herren von "Chirichstetten", das von den Türken zerstört worden war, errichtet. Der "Nikolo" (St. Nikolaus von Tolentino) vor dem Schulberg ist letzter Zeuge dieses Schlosses. Die Schule wurde zweiklassig, mit einer Leiterwohnung und Klosettanlagen erbaut. In der
1. Klasse befanden sich die Kinder der 1. bis 3. Schulstufe, in der
2. Klasse die Schülerinnen der 4. bis 8. Schulstufe. Der erste Lehrer und Leiter der neu erbauten Schule war Anton Lohrenz.

Der erste Handarbeitsunterricht für Mädchen wurde am 1. September 1886 abgehalten. Er hieß übrigens "Industrieunterricht". Die erste "Industrielehrerin" war Fräulein Antonia Höllriegel. Beim Adaptierungsbau im Jahre 1889 wurden die Aborte ins Freie verlegt und der gewonnene Raum als "Unterlehrerzimmer" verwendet. Bis zum Ersten Weltkrieg diente die Schule während der Sommerferien als Erholungsstätte für Wiener Kinder. Wegen der großen Schülerzahl von 120 Kindern wurde 1920/21 die Führung einer 3. Klasse durch den Landesschulrat für NÖ bewilligt. Da nur zwei Klassenräume zur Verfügung standen, begann der Unterricht der 1. Klasse erst um 12:15 Uhr im Klassenraum der 2. Klasse. Im Schuljahr 1923/24 wurde die 3. Klasse nicht mehr bewilligt, obwohl die Schülerzahl auf 126 angestiegen war.

Im Jahre 1939 wurden zur Leiterwohnung zwei Räume hinzugebaut und im ehemaligen Lehrer- bzw. Lehrmittelzimmer und WC Anlagen errichtet.
Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges wurde durch die Besatzung ein Großteil des Schulinventars zerstört und arg beschädigt. Daher galten die Jahre von 1945 bis 1970 vorzüglich der Sanierung von Lehr- und Lernmitteln sowie der Beschaffung von Einrichtungsgegenständen.
Auf Antrag von Schulleitung und Schulgemeinde bekam die Schule 1961 die Bezeichnung "Josef-Weinheber-Volksschule" zu Ehren des in Kirchstetten wohnhaft gewesenen Dichters Josef Weinheber. Anlässlich des 20. Todestages im Jahre 1965 wurde am Schulgebäude ein Relief des Dichters angebracht.
In den Jahren von 1970 bis 1976 wurde das Dach neu gedeckt, eine Zentralheizung installiert, die sanitären Einrichtungen modernisiert, ein Turnzimmer errichtet und die Klassenfenster erneuert.
1973 wurde die Schule mit der zweiklassigen Volksschule Totzenbach, im Zuge der Gemeindezusammenlegung, vereint. Die 1. und 2. Klasse befanden sich in der Schule in Kirchstetten, die 3. und 4. Klasse in der Schule in Totzenbach.
2004 begann der Um- und Zubau sowie die Generalsanierung, unter Bürgermeister Johann Dill, an der Volksschule Totzenbach . Ab dem laufenden Schuljahr (2005/06) befinden sich alle vier Klassen nun in der Schule in Totzenbach. Derzeit steht das Schulgebäude in Kirchstetten leer und wartet auf seine weitere Bestimmung. [seit dem Jahre 2010 hat sich dort der "Josef Weinheber Kindergarten", die dritte Kindergartengruppe in der Gemeinde eingerichtet.]

Die Volksschule in Totzenbach
(Bilder siehe auch am Beginn dieser Seite)

Wir haben keine schriftlichen Überlieferungen, aber es kann angenommen werden, dass die ab 1580 nachweisbaren protestantischen "Prädikanten" der Totzenbacher Herrschaft auch unterrichtet haben. Nach der Pfarrneugründung durch Kaiser Josef II. 1784 wurde ca. 1790 n Totzenbach für die Errichtung einer Schule gesorgt. Unterrichtet wurde im Pfarrhaus (Nr. 35 - später Hochberger). Ab 1825 fand der Unterricht im Obergeschoss des südlichen Schlosstraktes statt. Als das Dach dieses Schlossflügels schadhaft wurde, kaufte die Gemeinde das Bauernhaus Nr. 28 an. Es wurde für die Schulmeisterwohnung adaptiert und außen ein Klassenzimmer angebaut.
1898 verfügte die Schulbehörde, dass die Volksschule künftig zweiklassig zu führen sei, da die Schülerzahl durch drei Jahre hindurch die Zahl 100 überschritten hatte. Für den damaligen Direktor F. Kortan und Bürgermeister F. Danzinger kam nur ein Neubau in Frage. So wurde zum 50-jährigen Regierungsjubiläum des Kaisers Franz Josef die" Kaiser Franz-Josef-Jubiläumsvolksschule" errichtet.
Der erster Unterricht fand bereits am 20. Februar 1899 statt. Diese neue Schule hatte bereits ein Ziegeldach, zwei hohe, helle Klassenzimmer, ein Lehrmittelkabinett, eine Lehrerwohnung und ein Sitzungszimmer für die Gemeinde Totzenbach. Das Gemeindeamt befand sich, bis zur Gemeindezusammenlegung mit Kirchstetten 1971, in diesem Gebäude.
1921 wurde das elektrische Licht eingeleitet.ln diesem Jahr übernahm auch Direktor Adalbert Wagner, der Schwiegersohn von Direktor Kortan, die Leitung der Schule.
Nach den Kriegswirren um 1945 befand sich die Schule in einem sehr desolaten Zustand. Nach und nach wurden die Schäden behoben und erst 1961/62 erfolgte unter dem damaligen Direktor Gottfried Sehnal eine Generalsanierung, die auch die Schulwasserleitung und Kanalisation mit einschloss.
Nach dem Tod von Direktor Sehnal bezog 1973 der Gemeindearzt Dr. Samir Chahrour für ein Jahr die ehemalige Direktorwohnung. Danach wurde diese in einen Kindergarten umstrukturiert. In den beiden Schulklassen wurden bis 1973 acht Schulstufen unterrichtet. Anschließend wurde die Volksschul-Oberstufe aufgelöst. Ab dem Schuljahr 1973/1974 wurde die 1. und 2. Klasse in der Josef Weinheber-Volksschule in Kirchstetten und die 3. und 4. Klasse im Schulgebaude in Totzenbach unterrichtet. Frau OSR Maria Seitz übernahm die Gesamtleitung beider Schulen.
1974/75 wurden die Fenster erneuert, die Wasserleitung und Wasserklosetts installiert.
1975 bekam die Schule eine Olheizungsanlage. Bis dahin musste jede Klasse mit einem Holzofen beheizt werden.
1983/84 wurde die ehemalige Lehrerwohnung unter tatkräftiger Mithilfe der freiwilligen Feuerwehr in einen Bewegungsraum umgestaltet. Damals war bereits Frau OSR Christa Sehnal Direktorin.
2004 begann unter Bürgermeister Johann Dill der Um- und Zubau an der Kaiser Franz-Josef-Jubilaumsschule, der Spatenstich fand im Juni 2004 statt. Ab dem Schuljahr 2005/06 werden nun alle vier Klassen in diesem Schulgebaude unterrichtet.


Diese kurze geschichtliche Zusammenstellung wurde der Festschrift 2005 entnommen, mehr geschichtliches findet man in der Festschrift zum 100. Geburtstag des Gebäudes, welche 1998 von G. und F. Landskron zusammengestellt wurde und ein weiterer Literaturhinweis betrifft das "Heimatbuch von Totzenbach" aus dem Jahre 1974.


Karl Höllrigl
geb. 20.10.1831, Gastwirt in Kirchstetten, setzte sich sehr für den Bau der Kirchstettner Volksschule ein, seine Frau war die erste "Industrielehrerin". Dieses stark beschädigte Portrait von eines Dilettanten (J. Moser) wurde vor etlichen Jahren von einem Gastwirt aus St. Chistophen an die Gemeinde übergeben. Auch ein Höllrigl - Grabstein ist noch am alten Friedhof vorhanden.
Hier können Sie in der Festschrift zum 100. Geburtstag des Gebäudes, welche 1998 von G. und F. Landskron zusammengestellt wurde, schmökern. Viel weitere Information und auch beide Festschriften im Volltext finden sie in der  Topothek, unserem Online-Archiv

Hier gibt es auch viele historische Klassenfotos



Aktuelles über die Schule, die Lehrer, Unterrichts- und Pausenzeiten auf der Homepage der Markgemeinde Kirchstetten.