Totzenbach



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Bildung Meinung Unterhaltung
eine Vortragsreihe des Vereins der Freunde Totzenbachs




1. Vortragsabend: Dr. Robert Scheiber:

Über das Wesen der Zeit - neue Beobachtungen zu Einstein's Relativitätstheorie

Plakat zum Vortrag Robert Scheiber erklärt seine Beobachtungen in seiner berühmt anschaulichen Weise Robert Scheiber studierte theoretische Physik an der Wiener Universität, nach seiner langjährigen, erfolgreichen Tätigkeit in der Entwicklungsabteilung bei EUMIG gab er bis zu seiner Pensionierung sein umfangreiches Wissen an Schüler der HTL Mödling weiter.
Er ist seit ca. 1980 Totzenbacher und hat viele Jahre über die Zusammenhänge der Theorien von Einstein, Heisenberg, Plank usw. nachgedacht. Nach der mühsamen Entwicklung eigener mathematischer Methoden konnte er ganz erstaunliche Entdeckungen machen: Nicht nur in der Geschwindigkeit gibt es mit "c", der Lichtgeschwindigkeit, einen Grenzwert, auch für Längen muß so etwas gelten - man darf sie nicht so einfach addieren! Dieses ganze Ideengebäude passt NÖN Artikel zum Vortrag schlüssig in die bekannten Phänomene und Beobachtungen - Mikrowell-Hintergrundstrahlung und angenommene Zeit seit dem Urknall sind nur zwei der vielen Erscheiningen, die damit bestätigt werden - oder seine Theorien bestätigen! Dieser überaus interessante Vortrag fand kurz nach seiner Veröffentlichung in einem internationalen Magazin für Clifford-Algebra statt.





2. Vortragsabend: Ing. Mag. Franz Vrabec:

Uhrwerk oder Chaos? - Der Lauf der Planeten

Plakat zum Vortrag Franz Vrabec erläutert mit Computerhilfe Franz Vrabec absolvierte das TGM in Wien und war einige Jahre ebenfalls in der Entwicklung bei EUMIG tätitig, bevor er in der selben Firmna zur EDV Abteilung wechselte. Später konnte er dieses Wissen in das Rechnungswesen einer großen Versicherungsanstalt einbringen. Neben dieser Tätigkeit studierte er an der Wiener Universität Mathematik und er beschäftigt sich sein ganzes leben lang intensiv mit Astronomie. Sein Vortrag brachte interessante Aspekte über den lauf der Planeten.
Von den großen antiken Beobachtern über Kopernikus und Kepler konnte der "Uhrwerkscharakter" der Himmelsmechanik gezeigt werden. Mit den heutigen technischen Möglichkeiten, durch den Einsatz von Computersimulationen und Planetariumsprogrammen, direkt auf die Leinwand projiziert, konnten diese Gesetzmäßigkeiten sehr anschaulich verdeutlicht werden.
Die Bahnen der Planten in der Simulationsrechnung Mit Laplace beginnende neuere Untersuchungen zeigten, daß schon bei der gegenseitigen Beeinflussung von 3 Körpern auf lange Zeit keine Stabilität vorausgesagt werden kann - wie kompliziert und störanfällig muß da erst ein so komplexes Gebilde, wie einem ganzen Sonnensystem sein?
Numerische Hochrechnungen und Simulationen lassen uns aber beruhigt zurück: Innerhalb der nächsten 10 Millionen Jahre wird sich aus diesem Grund für die inneren Planeten nichts verändern, in weiterer Zukunft besteht die Möglichkeit, daß der Planet Merkur aus dem Sonnensystem "ausgeworfen" wird.
Zurück zum Vortragstitel: Für menschliche Zeiträume stimmt das also mit dem Uhrwerk!





3. Vortragsabend: Dr. Christoph Öllerer:

Von Aelium Cetium bis Comagena - Unsere Gegend zur Römerzeit

Der Archäologe Christoph Öllerer erzählt über die römische Kolonisation in unserer Gegend Christoph Öllerer studierte an den Universitäten von Wien und München Archäologie. Nach etlichen Praxisjahren mit hochinteressanten Ausgrabungen ist er nun Stadtarchäologe im Dienste der Wiener Kulturabteilung. Sein - nicht ganz einfaches - Arbeitsgebiet ist das Aufspüren und Bewahren der Spuren der Vergangenheit bei den vielen Bauvorhaben in der Stadt Wien.
Plakat zum Vortrag Beim sehr gut besuchten Vortrag ging es um unsere nähere Heimat in der Römerzeit. Erstaunlich, wie viele und teilweise noch sehr gut erhaltene Spuren auch in unserer nächsten Nähe vorhanden sind! Den meisten wird das malerische St. Laurenzi Kirchlein bei Markersdorf, nördlich von Neulengbach bekannt sein. Dort, außen an der Apsis kann man einen sehr beachtlichen römischen Figurenstein sehen, dargestellt ist ein Todes-Genius welcher eine Fackel nach unten hält. Sicher ein Stück eines ziemlich großen Grabmals weil im Allgemeinen ein zweiter solcher Genius, der des Lebens, mit der Fackel nach oben, und eine große Inschriftenplatte in der Mitte dazu gehört haben mußte.
heute noch bestehender Hufeisenturm in Traismauer Besonders reich an teilweise sehr gut erhaltenen Mauerresten und Türmen sind noch die Städte Zeiselmauer und Tulln. Aber auch das nahe St.Pölten gibt nach und nach seine Vergangenheit preis. Wußten Sie, daß diese kurz nach dem Jahre 100 geplant errichtete zivile Verwaltungsstadt des Wienerwaldgebietes (Mons Cetius war der römische Name des Wienerwaldes) zwei Mal zerstört (Quaden und Langobarden ca. 170 und Alemannen ca. 230) und wieder aufgebaut wurde? Noch im 15. Jahrhundert waren die Stadtmauern, auf den Außengrenzen der Römerstadt gebaut, noch viel zu groß für die spätmittelalterliche Stadt. In etwa können wir uns die St. Pöltner Promenaden als Außengrenzen vorstellen.
Dieser, vom jungen und ambitionierten Wissenschaftler sehr lebendig gestaltete Vortrag wird uns helfen, die Vergangenheit unserer Gegend besser zu verstehen und auch für die sehr wichtigen Anliegen von Denkmalschutz und Erforschung der Bodendenkmäler mehr Verständnis aufzubringen.





Führung durch die Sternwarte Michelbach

Am 14. November 2002 veranstalteten wir eine Exkursion zur NÖ-Amateursternwarte Franz sucht den Mond nach Michelbach. Der dortige Verein mit seiner Obfrau Gabriele Gegenbauer zeigte uns sehr interessante Dias, welche die unendliche Weite des Universums erahnen ließen. Das kleine 8" Spielgeltelekop erlaubte es uns dann, Details am Mond zu sehen, aber auch der Planet Jupiter und ein Ringnebel konnten sehr gut beobachtet werden. Natürlich waren diese Objekte am großen 40cm Instrument noch besser zu sehen. Wir hatten an diesem Abend viel Glück mit dem Wetter, ein starker Wind, fast ein Fönsturm, hatte gerade erst die Wolken weggeblasen und so wurde dieser Abend für 38 Interssierte zu einem großen Erlebnis.
Die Sternwarte ist dort seit etwa zwei Jahren in Betrieb und man konnte inzwischen schon einige Tausend Besucher begrüßen. Besonders empfehlenswert ist die
Homepage mit vielen interessanten Bildern und Informationen, aber auch ausgezeichneten Links zu weiteren astronomischen Instituten und Vereinen.
Der 76% Mond durch die Wolken Ohne an einen Erfolg zu glauben hielt ich die Digitalkamera an das Okular des kleinen Instruments und, wie nebenstend zu sehen - es ging erstaunlich gut! Natürlich sind arge Streulicherscheinungen zu bemerken, aber dafür, daß die Aufnahme ohne alle technischen Hilfsmittel entstanden ist, ist das Ergebnis doch sehenswert!





Camino Santo

Das war der Lichtbildervortrag

über den Jakobsweg

Santiago Santiago Am 27. November 2005 hielten uns Helga und Wolfgang Wald aus Eschenau einen wunderschönen Diavortrag über ihre Erlebnisse am "Camino santo". 9 Jahre, von 1996 bis 2004 gingen die beiden jeweils ein Stück von Wien über Kärnten, Südtirol, Engadin, Mittelfrankreich bis hin zum "eigentlichen Startpunkt" in den Pyrenäen.

Santiago Zahllose wunderbare Augenblicke und Stimmungen, viele davon durften auch wir auf meisterhaften Lichtbildern miterleben. Aber auch weite Strecken im Regen, und bittere Kälte gab es auf dem Weg - das Ausmaß dieser Strecke ist für "Normalbürger" gar nicht vorstellbar: 3600 km zu Fuß!


Verschwundene Dörfer

Verschwundene Dörfer

Am 5. Mai 2006 fand im Totzenbacher Gemeinschaftshaus ein sehr interessanter Vortrag statt.

die verschwundenen Orte der Umgebung Prof. Dr. Kurt Bors beschäftigt sich seit seiner Pensionierung als Mittelschullehrer vor 25 Jahren sehr intensiv mit der Erforschung unserer Vergangenheit. Sein besonderes Fachgebiert sind dabei die "verschwundenen Siedlungen", oder als Lehnwort aus dem Deutschen: "Ortswüstungen".

Wir kennen aus alten Urkunden viele Ortsnamen, welche heute nicht mehr existieren, eine noch größere Menge verschwundener Dörfer, Rotten und Behausungen sind unerwähnt geblieben.

Dr. Bors hat für deren Auffindung Methoden entwickelt und von den 3000 geschätzten unentdeckten Plätzen allein in Niederösterreich inzwischen über 400 lokalisieren können.

Drei wesentliche Kriterien führen den Fachmann auf die Spur:

1. Die "Exzentrizität" der Katastralgemeinden:
die Exzentrizität der Ortschaften Wenn der Umriss der Grenzen eines Dorfes stark nach aussen verzerrt ist, und sich diese Fläche im Kulturland befindet, dann ist es sehr wahrscheinlich, dass an dieser Stelle einmal ein Dorf gestanden ist. Im frühen Mittelalter hatte man kaum noch Zugtiere, die Bauern mussten also ihre Erzeugnisse nach hause Tragen, daher übersteigt das Ausmaß eines Dorfes mit allen seinen Feldern kaum einen Radius von einem Kilometer. Wenn man eine heutige Katasterkarte ansieht, so fallen sofort "weisse" Flecken auf, wo einmal Dörfer gestanden haben könnten.

2. Die Geländebeschaffenheit:
die Frontstufe Ein Dorf braucht frisches Wasser, daher muss immer ein Bach in der Nähe sein - und zwar der Oberlauf nahe an der Quelle. Vom Bachbett ausgehend, welches heute oft nur mehr als Bodensenke zu erkennen ist, ist immer eine Geländestufe zu finden. Nach dieser Stufe ist ein flaches Gelände - hier standen einst die Häuser. Dahinter ist dann eine zweite Geländestufe welche auf die ehemaligen Felder führt.

3. Funde am Gelände:
Keramikfunde Jede Vegetationsperiode mit Winterfrost und Umpflügen bringt Dinge aus tieferen Schichten an die Oberfläche. Eine Ansammlung von Steinen könnte, wenn sie in entsprechenden Boden nicht natürlich sind, auf Reste von Grundmauern hindeuten. Wobei der Begriff "Grundmauer" schon recht übertrieben ist. Die mittelalterlichen Bauernhäuser waren zur Gänze aus Holz, Stroh bzw. Schilfgedeckt und teilweise mit Lehm verschmiert. Hüttenlehm Um das Holz von der Bodenfeuchte zu schützen, legte man erst eine Reihe größerer Steine auf.
Besonders bedeutsam für den Beweis einer Siedlung sind aber andere Funde: Tonscherben - Fachleute können aus der Machart sehr genau das Zeitalter feststellen. Oder natürlich Metallgegenstände, Knöpfe, Münzen etc.
Auch der sogenannte "Hüttenlehm" ist ein untrügliches Zeichen. Hüttenlehm sieht aus wie ein Stein, allerdings mit Einschluß von Stroh. Meist brannte irgendwann eine Hütte ab und der Lehm wurde dabei hart gebrannt und überdauerte daher die Jahrhunderte.

Aufgrund dieser Indizien um Methoden konnte Dr. Bors in unsere Gegend folgende Orte lokalisieren:

Es ist erstaunlich, welche reiche Ausbeute Dr. Bors bei uns finden konnte. Interessant ist auch das Ende aller dieser Ortschaften im 16. Jahrhundert. Man stellt sich natürlich Kriege, Seuchen Feuer oder Naturkatastrophen als Auslöser für das Ende einer Dorfe vor, was auch häufig der Anlass gewesen sein wird. Jedoch im 16. Jahrhundert ist es meist eine erste "Gemeindezusammenlegung", man war damals schon in der Lage, größere Gemeinwesen zu verwalten, und auch die Landwirtschaft hatte schon gelernt, mit größeren Feldern umzugehen.

Auch die "Hausberge" der Umgebung wurden erwähnt. Bekannt sind uns Kesselhof und der "Schloßberg" in Oberwolfsbach, wobei letzterer scheinbar nie bewohnt war, es sind durch Dr. Bors keinerlei Funde nachgewiesen wurden. Die Oberwolfsbacher Überlieferung weiß von Schatz- bzw. Münzfunden auf der "Klosterleiten".

Am Ende dieser hochinteressanten Stunde zeigte Dr. Bors noch etliche Funde von den besprochenen Orten, welche er schon vor Jahren bei der Gemeinde Kirchstetten deponiert hatte. Schon lange ist auch geplant, einige dieser Vergangenheitszeugen in einer Vitrine im Gemeindehaus ständig auszustellen.

Näheres zu diesem hochinteressanten Thema gibts bei der Uni Wien. Wir danken Herrn Dr. Bors sehr herzlich für diesen besonders lehrreichen Abend! Alle Bilder und Skizzen auf dieser Seite wurden vom Vortragenden zur Verfügung gestellt.