Verein der Freunde Totzenbachs

Hintergründe und Historisches

1971 wurden die ehemals selbständigen Gemeinden Kirchstetten und Totzenbach zur neuen Großgemeinde Kirchstetten zusammengelegt. Freiwillig - zumindestens offiziell. Damals versuchte man auch Ollersbach zum neuen Gemeindeverband zu bringen, leider ohne Erfolg. Die Bestrebungen von der Böheimkirchner Seite aus, Totzenbach zu Böheimkirchen zu bringen, waren ebenfalls sehr stark, aber die Totzenbacher erhofften sich im kleineren Gemeindeverband mehr Einfluß für ihr Dorf zu haben. Durch die größere Einwohnerzahl Kirchstettens mußte Totzenbach aber trotzdem einen großen Teil seiner Selbständigkeit dorthin abgeben - die Reaktion war die Gründung eines unabhängigen Vereins, der auch in Zukunft für die Anliegen der hier lebenden sorgen sollte. Mein Vater, damals noch Feuerwehrkommandant, hatte die Idee mit dem "Verein der Freunde Totzenbachs" und nach einer kurzen Gewöhnungsphase bürgerte sich dieser Name ein, die Ziele und das Programm sind mit diesem Namen ja wirklich genau beschrieben.

Schloß Totzenbach ca. 1965Damals galt es auch, den drohenden Abbruch der Schloßruine zu verhindern. Im letzten Jahr der Totzenbacher Selbständigkeit hatte die Gemeinde dieses Bauwerk samt umliegenden Areal vom ehemaligen "Patronatsherren" Fürst Liechtenstein erworben und brachte nun dieses, zum Teil ungeliebte "Kleinod" in die Gemeinde-Ehe mit Kirchstetten ein. Dort hatte man natürlich nur Verständnis für die möglicherweise hochwertigen Baugründe, die man daraus machen und veräußern könnte. Mit dem ehemaligen Kirchstettner Dorfanger hatte man das schon erfolgreich getan. Relativ knapp war es, als der "Rettungsengel" in Form eines Herrn Josef Figl auftrat. Herr Figl, Händler von Antiquitäten im großen Stil hatte sich in das Objekt verliebt, er fand, daß es die Größenordnung sei, die er in der Lage ist zu renovieren und zu erhalten.
Josef Figl kaufte Schloss und Teichareal und renovierte mit einem bewundernswürdigen Fingerspitzengefühl - und gewaltigem finanziellen Aufwand. Was auch besonders beeindruckte war die direkte und aktive Mitarbeit der Familie des nunmehrigen Schloßherrn. Der Vater von Herrn Figl arbeitete in den Schuttbergen - obwohl ihm eine Hand fehlte. Er konnte auf seinen Armstumpf wahlweise einen Haken oder einen Ring befestigen - und damit zog er kräftig die Balken auf den Dachstuhl - oder was sonst gerade gebraucht wurde. Die Ehefrau ist mir beim Abbeizen und Renovieren von Möbelstücken in Erinnerung. Etliche Jahre harter Arbeit - und wir sahen das ehemals stolze Wasserschloß wiederentstehen. Der Hof wurde etwas tiefer gelegt und der Dachstuhl steiler erneuert, der quadratische Turm wiederaufgebaut und die Außenmauern der 1857 bzw. 1894 abgerissenen Süd- und Osttrakte als Abgrenzung wieder errichtet. Als Material dienten fast immer alte Sachen, so stammen die Dachziegel zum größten Teil vom Abriß des alten Wiener Allgemeinen Krankenhausese. Ein Meisterstück ist der auf den alten Fundamenten rekonstruierte Torturm - als wenn er schon immer so da gestanden wäre! Zum krönenden Abschluß wurde der inzwischen trockengelegte und zum Teil mit Haus- und Sperrmüll gefüllte Teich geräumt und das Wasserschloß damit wieder hergestellt.

Der Dorfanger Totzenbachs hat durch diese unglaubliche Arbeit ganz wesentlich dazu gewonnen und die Bewohner und überhaupt das dörfliche Selbstbewußtsein so weit gestärkt, daß spätere Großveranstaltungen in dieser ansprechenden Umgebung überhaut erst möglich wurden.
Gastwirt und Bürgermeister Josef GruberDiese Vorgeschichte ist wichtig zum Verständnis weiterer Zusammenhänge - das Verdienst der Erhaltung und Renovierung des Schloßes soll damit keineswegs in irgend einer Weise dem Verein "angedichtet" werden. Es war eher das zeitlich zufällige Zusammentreffen der Interessen von Verein und Herrn Figl - und noch wichtiger - dessen Energie, Willenskraft, finanzielles Engagement und Fingerspitzengefühl! Vielleicht kann man dem Verein bzw, seinen Gründern als Verdienst anrechnen, daß doch ein wenig Meinung für den Erhalt gemacht wurde - damals sehr umstritten - und daß dadurch Sprengung und Abriß verzögert werden konnten - bis der glückliche Zufall in Form von Josef Figl auftrat.
Bezüglich Dorfanger gibt es noch Wissenswertes: Maßgeblich dafür verantwortlich, daß sich das Dorf in dieser Weise erhalten hat, ist auch der ehemalige Gastwirt und Bürgermeister Josef Gruber. Schon viele Jahre vor dem Schloßverkauf an die Gemeinde Totzenbach sollte die "Stollwiese" zu Baugründen umgewidmet werden und dazu die 1904 gepflanzte Schulallee geschlägert werden. Bürgermeister Gruber so weitsichtig, dass er damals die Unterschutz-Stellung dieses Ensembles sofort durchsetzte und uns damit einen wichtigen Teil der Dorfidendität erhielt. Bürgermeister Gruber verunglückte 1965 und die kurze Straße hinter dem Gasthaus wurde später nach ihm benannt.

Eine wichtige Sache wurde auch bei der Vereinsgründung berücksichtigt: In einem Dorf, welches so klein ist wie Totzenbach sind natürlich auch die Ressourcen an aktiv mitarbeitenden Bewohnern begrenzt und eine Vielfalt von Vereinen, wie es eben die verschiedenen Neigungen, Hobbys und Fähigkeiten erfordern, würde die organisatorischen Möglichkein sehr schnell erschöpfen. So stand von Haus aus die Idee einer Art von Dachorganisation, welche koordinierend alle diese Aktivitätet zusammenfasst und die gesetzlichen Anforderungen abdeckt. Wie richtig man damls an die Zukunft dachte, zeigte 198? die "Dorferneuerung", eine Großaktion des Landes NÖ. Um an verlockende Finanzierungsangebote herankommen zu können, beschlossen wir damals, dieser Organisation beizutreten. Die offiziellen Stellen des Landes verlangten nun die Gründung eines eigenen Dorferneuerungsvereines, wie dies auch schon in vielen Orten, darunter Kirchstetten, geschehen war. Das wäre natürlich ganz gegen unser Konzept gewesen und nach Vorlage unserer Vereinsstatuten aus dem Jahr 1971, wo manche Passagen sich fast wörtlich mit den Dorferneuerungs-Anforderungen deckten, konnte auch die Behörde nichts dagegen einwenden, daß der Verein der Freunde Totzenbachs diese Agenden wahrnahm. (Siehe dazu auch Dr. Getrude Landskron's Artikel "Dorferneuerung ohne Dorferneuerungsverein"). Durch diese Dachorganisation geht seit damals in Totzenbach organisatorisch vieles leichter, weil alle Aktivitätet als Sektion im Verein geführt werden und auch die Zusammenarbeit mit den beiden anderen "Großen", Feuerwehr und Pfarre sehr gut klappt. Im Vereinsausschuß sind auch alle diese Organisationen vertreten und so lassen sich viele Dinge sehr einfach organisieren.

Bei der Gründung gab es die Sektionen Organisation, Ortsbildpflege, Sport, Kultur, Brauchtumspflege, Theater und Jugend.
Eine Volkstanzgruppe wurde gegründet und der sich auch heute noch in Volkstanz und -musik verdient machende Franz Fuchs aus Klosterneuburg gab hier kräftige Starthilfe. Etliche Jahre konnten wir die dörflichen und auch auswärtige Veranstaltungen mit dieser Gruppe "aufputzen", auch eine Totzenbacher Tracht entstand. Natürlich wurden dazu alte Überlieferungen herangezogen, es erwies sich aber, daß auch schon Ferdinand Kortan in einem Fragebogen des Landes im Jahre 193? nicht mehr viel über diese Dinge zu berichten wußte. Die Lage unserer Gegend zwischen der Metropole Wien und der Industrie- und Schulstadt St.Pölten hat offensichtlich an eigenständigeer Kultur und Überlieferung nicht allzu viel übrig gelassen. Auch ist es sicher so, daß diese "Uniformiertheit" in Dirndl und Lederhose außer in den "unseligen 1000 Jahren" nicht bestanden hat. Jeder hat sich zwar ortsüblich - aber doch individuell, nicht zuletzt auch nach finanziellen Möglichkeiten gekleidet. Bei den Männern war das ganz unspektakulär - das "Firta" (Fürtuch auf Hochdeutsch). Dieses wurde dann am Sonntag durch ein neues, frisch gewaschenes ausgetauscht. So war man gezwungen unter Hithilfe der Stellen des Landes - aus Wienerwald- und Wachautraditionen eine eigene "Totzenbacher" Form zu schaffen. Leider hat sich diese Gruppe seit einigen Jahren aufgelöst, die damaligen Mittänzer hatten zeitweilig andere Prioritäten wie Hausbau und Familiengründung und manche setzen auch ihre Tanz - "Karrieren" in größeren Organisation in der Umgebung fort. Aber es gibt manchmal wieder entsprechende Gespräche - wer weiß, vielleicht lebt diese "Tradition" eines Tages, möglicherweise getragen von Tänzern "gesetzeren" Alters wieder auf?

Auch eine sehr agile Theatergruppe bereitete uns etliche Jahre lang Vergnügen und Geselligkeit bei den Probenarbeiten und Aufführungen von unterhaltsamen Lustspielen. Ich verließ die alte Tradition der Lichtregelung durch Blechplatten im Wasserkübel und baute ein Triac-gesteuertes Lichtregelpult. Damals fast noch eine Pionierleistung! In der heutigen Zeit wird in manchen Dörfern der Gegend noch durchaus erfolgreich Theater gespielt, beispielsweise Kirchstetten oder Fahrafeld haben darin Tradition und auch die entsprechenden Schauspieltalente. Totzenbach beschickt heute einige Formationen mit Aktivisten, besonders hervorzuheben ist dabei der männliche Musical-Star der Umgebung, Florian Frühbeiß und andere Mitwirkende bei der Gruppe "KlangKasten".

Ferdinand Kortan Ferdinand und Dr. Getrude Landskron
Ortsbildpflege: Diese Sektion ist besonders wichtig für die großen Gemeinschaftsaktionen, wie beispielsweise eine Verkabelung des Ortszentrums schon 197? oder die Sanierung von Schulmauer usw. Aber auch die ständige Pflege öffentlicher Plätze, das Bepflanzen, Ausstellung und Instandhaltung von Rastbänken und Unterständen für die Schulbusbenützer stellen eine ständige Herausforderung und Sorge dar. Einer der größten Erfolge ist wohl, daß aus dem Dorfzentrum, dirket beim Schloßplatz der äußerst häßliche Transformator weggebracht werden konnte!
Das nächste größere Vorhaben ist die Sanierung und Neuanlage von Wanderwegen - in Zusammenarbeit mit dem WIR-Gemeindeverband.

Kultur. Einer der Kernbereiche der Vereins, wenn auch oft eher im Verborgenen blühend. Schon 1974 gabs die erste große Herausforderung: 600 Jahre Pfarrgründung Totzenbach, gemeinsam mit der Pfarre zu veranstalten. Ein Heimatbuch wurde damals herausgegeben - eine große Fundgrube und wichtiger Grundstein für viele Totzenbacher Aktivitäten und herausragende Besonderheiten ist das Lebenswerk und der Nachlass von Schulleiter Ferdinand Kortan. Die aus Wien zugezogene Familie Landskron hat hier ein weites Betätigungsfeld vorgefunden und es aus diesen Wurzeln zu einer Hochblüte von Aktivitäten gebracht, welche in weiteren große Veranstaltungen und Publikationen gipfelten. Siehe die entsprechenden Links.

Veranstaltungen:

1974 600 Jahre Pfarrgründung Totzenbach
Gemeinsam mit der Pfarre wurden die Feste im ganzen Jahr unter diesem Motto gefeiert. Leider spielte das Wetter meist nicht mit, aber dafür gedeiht heute noch die damals am Platz gegenüber der Volksschule gepflanzte Pfarrlinde. Wichtig zu erwähnen ist die Herausgabe des "Heimatbuch von Totzenbach", welches von Dr. Karl Büttner verfaßt wurde. Natürlich hatten auch wir entsprechenden Arbeitsaufwand mit den Vorbereitungen und besonders auch mit der Finanzierung. Ein Höhepunkt war sicher auch das Kirchenkonzert mit dem Schlierbacher Ensemble und liturgischen Tanzvorführungen. Die erste Werkzeugsegnug fand zum 1.Mai statt und wir konnten schon stolz das in Renovierung befindliche Schloß herzeigen. Natürlich hatte zu dem Termin auch eine Außenrenovierung der Kirche fertig zu sein.

1980 Historische Tage
Anlaß war die Pfarrgründung von Kirchstetten - gleichzeitig Erstnennung von Totzenbach. Ein großes historisches Volksfest wurde veranstaltet - wir setzten damit Maßstäbe für Veranstaltungen dieser Art. Ein normales Zeltfest, wie es überall abgehalten wurde, war uns nicht genug, so putzen wir den ganzen Ort und seine Bewohner zum mittelalterlichen Festglanz heraus. Die Ortseinfahrten wurden durch Wappenschilder als eigenes Hoheitsgebiet markiert und mit Schranken versehen. Dort hielten grimmige Ritter und verfüherische Minne-Fräulein Wache und ließen keinen durch, ohne den Eintrittspreis zu bezahlen. Auf der Festwiese stand das ebenfalls mit einem großen Wappenschild geschmückte Festzelt und davor eine Mange Buden, wo es Ochs am Spieß, Münzenprägen, Metschenke, Fotograf mit Leihkostümen und andere Attraktionen gab. Natürlich waren alle Mitwirkenden im entsprechnden Kostüm, der Dorfrichter mit seinem langen Schwert, Minnesänger, Ritter, Edelfrauen, Knappen und Bauern prominierten und gaben den richtigen Hintergrund für Fotos ab. Auch das Servierpersonal war entsprechend der Histore gekleidet - unsere fleißigen Frauen hatten diese Kostüme schon vom vergangenen Winter an geschneidert.
Es gab auch eine Kaffeestube mit hasugemachten Mehlspeisen - lauter Spenden der eifrigen Köchinnen. Natürlich blieb bei diesen Bewirtungen auf Grund der sehr geringen Selbstkosten ziemlich viel Reingewinn übrig. Zur Illustration der Größe des Unternehmens: Nur für Kaffe wurden 60 Liter Milch und 50kg Zucker in den 3 Tagen verarbeitet!
Einer der Höhepunkte war das Riesenfeuerwerk am Samstag abend, wo das Schloß in bengalischen Farben erstrahlte und auf die tausenden Besucher ein enormer Feuerzauber niederging. Am Sonntag morgen war dann Feldmesse im Schloßhof und am Nachmittag bewegte sich ein riesiger Festzug von Kirchstetten aus auf die Festwiese, wo bei launigen Ansprachen und Ritterspielen dieses großartige Fest zu Ende ging.
Für die Dorfbewohner war diese Veranstaltung eine gewaltige Herausforderung! Als in der Woche vor dem Beginn das Wetter verrückt spielte und die Wiese fast in einen See verwandelte und wir schon Fixkosten jenseits der 100.000.- aufgewendet hatten, wurde manchen vom Veranstaltungskommitee schon ein wenig mulmig zu Mute! Es kam aber dann ganz anders und Samstag und Sonntag hatte das Dorf bei strahlendem Wetter alle Hände voll zu tun um die Gäste bewirten zu können. Alle, die nicht direkt auf der Wiese mitarbeiteten, mußten pausenlos für Nachschub sorgen! Die Organsation klappte aber hervorragend und keine Kehle mußte durstig bleiben!

1981 Weihnachtsmarkt in der Kirche
Vom Erfolg 1980 angestachelt, wurde in diesem Jahr ausgenützt, daß durch die umfassende Innerenovierung der Pfarrkirche dieses ehrwürdige Gebäude leer stand und damit für einen profanen Zweck benutzt werden konnte. Auch diesmal hatten fleißige Hände schon fast ein Jahr lang Basteleien, Christbaumschmuck, Schnäpse, Lebkuchen, Weihnchtskarten, Hinterglasbilder und so weiter angefertigt und diese Dinge wurden in der Kirche veräußert. Dazu gabs ein hochwertiges Konzertprogramm vom Kirchenchor, einem neu aufgestellten Männerchor, Bläsern und sonstigen Kapellen aus der näheren und weiteren Umgebung. Sogar ein Alphornesemble aus Schwarzenbach umrahmte diese Veranstaltung. Der Reingewinn war der Kirchenrenovierung gewidmet und diese konnte damit rasch und fachmännisch beendet werden.

1983 Türkische Tage
Wir hatten, verwöhnt durch die Erfolge dieser ersten beiden Großveranstaltungen, nur mehr drauf gewartet, daß der 15. August an einen günstigen Wochentag fiel. Und das war 1983 zum nächsten Mal so weit. Als Anlass wurde diesmal die 2. Türkenbelagerung Wiens 1683 genommen. Das Motto war aber weniger kriegerisch, als der Versuch einer Völkerverständigung. Vorbereitet wurden auf der Festwiese neben dem großen Gastronomiezelt einige kleiner mit den verschiedensten Attraktionen. Sogar ein Minarett stellten wir auf und von dort tönte von Zeit zu Zeit der Muezzinruf via Lautsprecher über das Dorf. Döner-Kebab, heute kennt auch in unseren Breiten jedes Kind diese Spezielität, damals mußten wir uns auch die Einrichtig dazu selbst bauen. Fliegend Kaffeverkäufer mit Turban und den berühmten Kupferkännchen, Schuhputzer - alles wurde aufgeboten und natürlich auch der Pascha mit seinen Odaliskinnen.
Wir hatten aus St. Pölten sogar eine original türkische Musikkapelle aufgetrieben und am Samstag Abend als besondere Attraktion geleiteten Fackelträger eine echte Bauchtänzerin ins Zelt! Wieder gabs ein großes Feuerwerk und der Erfolg dieser Veranstaltung übertraf den von 1980! Die schon bewährte Organisation konnte unter Beweis stellen, daß sie auch noch mehr Ansturm bewältigen konnte!

1986 "Totzenbach, so war's einmal"
In diesem Jahr fiel der 15. August wieder günstig und die vergangenen Veranstaltungen hatten den Namen "Totzenbach" schon so bekannt gemacht, daß wir wußten, mit unseren bewährten Teams und ein wenig Werbung kann eigenlich nichts schief gehen - vom Wetter einmal abgesehen. Eine Radio 4/4 Sendung aus Totzenbach eine Woche vor dem großen Fest tat noch ihr übrigens. Diesmal gabs, wie auch schon 1980 am Schloßteich Rundfahrten mit einem extra gebauten Floß und auf der Festwiese hatten wir eine ganze Reihe von Lehmhütten aufgebaut, wo die verschiedensten Handwerker ihre Fähigkeiten unter Beweis stellten. Die alte "Kramerei" wurde wieder eingerichtet und dort verkaufte man Handarbeiten, Stickereien, Basteleien, Blumengestecke, aber auch Honig, Schnäpse und altebwährte Heilmittel wie Zugsalbe, Ringelblumensalbe und Tee. Selbstverständlich auch alles selbst geerntet, angesetzt, gebastelt.. Für die Kinder gabs Kutschenfahrten, Malwettbewerb und verschiedene Spiele. Die original Hoch- und Deutschmeister reisten an und gaben ein Konzert - die Stimmung war wieder bestens und der Erfolg blieb auch nicht aus. Diesmal war der Veranstaltungsgewinn dem neuen Gemeinschaftshaus gewidmet und dieses konnte in kurzer Zeit auch fertig gestellt werden. Der Gebrauchswert dieses Hauses ist auch heute noch unumstritten, Feuerwehr, Kirchenchor, Männerchor, Jungschar, Bildungswerk und Vereinsvorträge und Versammlungen benutzen dies Gebäude kontinuierlich. Verschiedene größere Ereignisse wie Feuerwehr-Heuriger, Pfarragapen, Erntedankfest kommen regelmäßig auch in den großzügigen Garagen für die Einsatzfahrzeuge unter.

1989 "Totzenbach, ein Dorf im Advent", 2. Weihnachtsmarkt
Die alte Totzenbach Kirchenorgel hatte eine Renovierung höchst notwendig und so wurde in diesem Jahr wieder ein groß angelegter Weihnachtsmarkt durchgeführt. Als Besonderheit gabs diesmal die "Totzenbacher Klangwolke", alle Darbietungen wurden vom Kircheninnenraum im ganzen Dorf übertragen und trugen damit zur Stimmung bei. Die Verkaufsstände waren im ganzen oberen Dorf verteilt und die Volksschule glänzte aus allen Fenstern, aus diesem ehrwürdigen Gebäude hatte man einen "begehbaren Adventkalender" gemacht.
Es wird keinen der geschätzen Leser wundern, daß auch diesmal der Erfolg nicht ausblieb und die Orgelrenovierung finanziert werden konnte.

Mangels günstiger Kalender (15. August) gabs in den folgenden Jahren kein großes Fest mehr, auch waren die Aktivisten inzwischen doch ein wenig müde geworden. Wie das so in einem kleinen Dorf ist, machen diese Arbeit im Wesentlichen doch immer wieder die selben. Selbstverständlich helfen, wenn es einmal so weit ist, fast alle mit, aber die notwendige Energie, die für Motivation, Ideen und das ständige Drängens notwenig ist, aufzubringen, ist doch keine kleine Leistung. Man muß auch in Betracht ziehen, daß es für Totzenbach nicht einfach ist, kleinere, überschaubarere Fest zu veranstalten. Bis heute noch wird man immer wieder von allen möglichen Menschen, wenn sie erfahren, man wohnt in Totzenbach, gefragt, wann es wieder einmal ein großes Fest gibt. So ist zu "befürchten", daß auch kleiner geplante Veranstaltungen schnell sehr groß werden - und wir wollen uns natürlich keine Blöße geben und in dieser Hinsicht dem Namen Totzenbach gerecht werden.

2006 "Vorweihnacht im Schloss Totzenbach", 3. Weihnachtsmarkt
Nach langer Pause ist doch wieder etwas "Großes" geworden! Vorgeschichte ist, dass ein Jahr zuvor ein sehr schönes, vom Kirchenchor veranstaltetes Adventkonzert im Schloss stattfinden durfte. Die neuen Schlossbesitzer zeigten sich sehr kooperativ und so plante man eine Wiederholung im nächsten Jahr. Dann kam noch dazu, dass Alois Steinböck, geborener Dopplinger und jetzt Wahlsteirer in seiner neuen Heimat maßgeblich an einem Krippenbauverein mitwirkt. Diese Kleinkunstwerke sollten 2006 beim Lilienfelder Advent ausgesetllt werden - und da wäre es nicht weit nach Totzenbach! So kam Idee auf Idee zusammen - und die Schlossbesitzer taten noch ein Übriges - sie stellten uns die wunderbare Parklandschaft rund um den Schloßteich zur Verfügung! Was dann letztlich draus geworden ist, verdient sich eine eigene Dokumentation!

2008 "Vorweihnacht im Schloss Totzenbach", 4. Weihnachtsmarkt
Zwei Jahre hatten wir Zeit und besonders der Schlossbesitzer Mag. Berger arbeitete sehr intensiv um den wunderschönen "Stimmungspfad" auch wetterfest zu machen. Wir hatten 2006 gesehen, dass bei feuchtem Wetter und diesen Menschenmassen der Weg leicht unpassierbar werden kann. Eine Idee für eine Ausstellung musste wieder her - und mindestens 2 Köpfen entsprang "Weihnachtbaumausstellung"! Was es sonst noch alles gab siehe im eigenen Bericht! Und gleich vorweg - es wurde wieder ein riesiger Erfolg! Zeitweise musste man sogar die Zufahrtstraße nach Totzenbach sperren, so groß war das Publikumsinteresse. Wir müssen uns also für das nächste Mal ein bessers Verkehrskonzept ausdenken.

Dorfmuseum "alte Schmiede"


Seit wenigen Jahren hat sich mit dem "Danglhaus" ein kleines Dorfmuseum mit Schmiede etabliert, welches auch jeweils am 1. Mai und zu Herbstbeginn mit einem "Schmittenfestl" zum fixen Bestandteil der Dorfereignisse beiträgt.

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Kurzbericht von der letzten Veranstaltung

Publikationen:

1971 Der Verein stellt sich vor
1972 G. Landskron: Wie unsere Vorfahren lebten
1973 G. Landskron: Wie es mit unseren Vorfahren weiterging
1974 K. Büttner: Heimatbuch von Totzenbach
1974 F. Landskron: Kalenderblätter, Totzenbach 1374
1976 F. Landskron: Geschichte und Geschichten, Totzenbach 1360 - 1532
1977 F. Landskron: Glaubensspaltung - Bauernaufstand, 1517 - 1650
1978 F. Landskron: Sie kommen mit Bogen und Krummschwert, Türkenzeit 1650 - 1699
1979 F. Landskron: Von Haltern, Heilkunst und Hexerei, Vernunft und Unvernunft in der Barockzeit 1692 - 1740
1979 F. Landskron: Alles für das Volk, nichts durch das Volk, Maria Theresia und Josef II., 1740-90
1980 F. Landskron: Vertraute, Verschworene, Verräter und andere Leute, 1789 - 1815
1982 Dr.G und F. Landskron: Die Pfarrkirche zu Totzenbach, Ein Kirchenführer, 2. wesentlich erweiterte Auflage
1982 F. Landskron: Wie war es wirklich?, 1815 - 1858
1983 F. Landskron: Von der Bauernfaust zur Bauernkammer
1985 Dr.G. F. Landskron: Alte und neue Dorfbilder
1989 F. Landskron: Kennen Sie Totzenbach?, Ein Rundgang durchs Dorf und seine Geschichte

Aus dem früheren Sport-Referat gingen

1978 der Tennisclub und
1999 der Hobby Fußball Club hervor.

Danglhaus

Dorfmuseum alte SchmiedeIm Zuge des letzten großen Dorffestes 1986 kamen einige Schätze hervor - auch das Publikumsinteresse an den den Handwerksvorführungen und der Dorfgreißlerei zeigte sich überraschen hoch. So entstand die Idee, eines der alten Dorfhäuser eventuell für ständige Sammlungen zu adaptieren. Die Greißlerei, mit der besten zentralen Lage war aber leider nicht zu haben, das gleich in der Nähe liegende Zeidlerhaus zu klein und auch im Privatbesitz mit Renovierungsabsicht.
So kam wieder einmal der Zufall zum Zug und als Totzenbach 199? Wasserleitung und Kanal bekam, hieß es, daß das alte Danglhaus, ehemalige Schmiede, aus Erhaltungskostengründen abgerissen werden sollte. Die junge Familie Dangl hatte schon lange hinten im Garten eine neues Haus errichtet. Nun wurden wir aufmerksam, daß ein Abriß gerade in der Dorfeinfahrt ("Herrengasse" im Volksmund - geprägt von den dortigen Bewohnern) eine Lücke im Ortsbild schaffen würde, besagtes Objekt ist mit dem Torbogen und niedrigen Dach ein typisches altes Dorfhaus. Eine Besichtigung des Hauses zeigte dann, daß da die Schmiede noch ziemlich unversehrt bestand, die Esse war freilich schon eingefallen und das Dach darüber notdürftig repariert worden. Am meisten staunten aber alle Beteiligten, daß die alte schwarze Küche noch vollständig erhalten war! An diesen Tatsachen konnte man nicht vorübergehen und der damaligen Kulturreferentin im Gemeinderat und den Vereinsgremien ist zu verdanken, daß diese Objekt von der Gemeinde langfristig angemietet wurde und seither vom Verein instandgesetzt und auch für Veranstaltungen benützt wird. Allerdings bedurfte - und bedarf es auch heute noch einiger Anstrengungen und der weiblichen Beharrlichkeit der Initiatorin, um dieses Werke weiterzubringen und nicht einschlafen zu lassen. Inzwischen gab es aber schon kleine aber gemütlicher Veranstaltungen wie "Frühling in der Dorfschmiede" und "Schmittenfestl", wo selbstverständlich auch immer die vom Hobby-Schmied Franz Eichinger wiedererrichtete Esse in Betrieb ist und mitgebrachte Werkzeuge instand setzt und kleine Gebrauchsgegenstände wie zum Beispiel Kerzenleuchter anfertigt.

Kindermaskenball 1972

Sonstiges Vereinsleben:

Langjährige Tradition hat das am Freitag vor dem Faschingsonntag stattfindende Gschnas, welches vom Hobbyfußballclub organisiert wird. Besonders gut besucht ist am Faschingsonntag dann der Kindermaskenball. Letzterer wird seit etlichen Jahren in Zusammenarbeit mit den jungen Müttern veranstaltet. Der Reingewinn dieser beiden Veranstaltungen und vom "Frühling in der Dorfschmiede" sind neben Gemeindesubventionen und dem Mitgliedsbeitrag bzw. den Spenden die Grundlagen der Finanzierung aller Vereinsvorhaben. Für größere Projekte gibt es dann noch mitunter Zuwendungen aus dem Dorferneuerungsfonds des Landes Niederösterreich.


Amtliches:

Seit der Gesetzesänderung von 2005 sind wir (bei Strafandrohung!) verpflichtet, eine "Zentral Vereins Register" Nummer zu führen: Also wir haben ZVR Nr. 803 657 131, wozu auch immer das gut sein möge.
Eine "Daten Verarbeiter Register" Nummer haben wir schon seit vielen Jahren: DVR 066252, hier ist der Sinn dieser Einrichtung sogar verständlich - leider halten sich viele Institutionen, besonders auch öffentliche nicht an dieses Gesetz und geben einfach Daten weiter: zB vom Standesamt bei Geburten an Versicherungen, wie ich das selbst erlebt habe!
Die Satzungern vom Dezember 2011 sind
hier zu finden.
Die bei der letzten Generalversammlung vom 30.Jänner 2011 neu gewählten Vereinsfunktionäre:
Verein der Freunde Totzenbachs
ZVR: 803 657 131 DVR: 066252

Vereinsvorstand
Referat Rund um das Schloss: Herbert Berger, Leo Rollenitz
Referat Brauchtum und Volkskultur: Maria Rollenitz
Referat Orts- und Landschaftsbild: Franz Hofbauer, Josef Furtner
Referat "ZeitZeigen" und Dorfarchiv: Mag. Marcel Chahrour, Dr. René Chahrour
Assoziierte Organisation Freiwillige Feuerwehr: Georg Schöder, Robert Tiefenbacher

Sprecher des Vorstandes: Georg Schöder
Stellvertreter: Robert Tiefenbacher

Schriftführerin: Elisabeth Schröder
Schriftführerstellvertreterin: Sabine Zwedorn
Kassier: Werner Seidl
Kassierstellvertreterin: Ingrid Rabel
Kassenprüfer: Johann Mayer, Gregor Eichinger

Wir garantieren, dass jede Spende für Totzenbach verwendet wird!
Volksbank NÖ Mitte (47150) Kto. 500 4858 0000
IBAN: AT30 4715 0500 4858 0000 BIC: VBOEATWWNOM


Aktuelles

ist jeweils auf der Hauptseite und bei den Nachlesen zu finden.